Wie ein Fahrradergometer die Fitnessindustrie vor 50 Jahren grundlegend verändert hat

Cardio-Equipment damals und heute – das sind zwei Welten, wie sie unterschiedlicher fast nicht sein können.

Heute bieten Cardio-Geräte ihren Nutzern eine Bandbreite an interaktiven digitalen Anwendungen. Trainierende können Fernsehen, im Internet surfen, auf interaktiven Strecken laufen oder Rad fahren und verschiedenste Trainingsprogramme und Apps nutzen, die ihnen dabei helfen Trainingsfortschritte nachzuverfolgen und motiviert zu bleiben. Verbundene Cardio-Geräte können mittlerweile sogar digitalen Tools wie der Halo Fitness Cloud verwaltet werden und offenbaren den Nutzern so nicht nur detaillierte Informationen zur tatsächlichen Gerätenutzung, sie erleichtern auch die Kommunikation zwischen Studioleitung, Trainern und Mitgliedern.

1968 – als das erste Lifecycle erfunden wurde - sah das natürlich noch ganz anders aus.

Die Anfänge der Fitness Industrie

Was heute die Fitness-Industrie ist, die wir alle kennen, steckte 1968 noch in den Kinderschuhen. 1968 – das ist das Jahr, in dem Dr. Kenneth Cooper seinen kontrovers diskutierten Bestseller Aerobics geschrieben hat, der die damals revolutionäre Idee behandelte, dass sportliche Betätigung sich positiv auf die Gesundheit auswirkt.

Boutique Studios existierten noch nicht und die Lauf-Bewegung war Jahre von davon entfernt sich zu einem Phänomen zu entwickeln. Es ist auch das Jahr, in dem Dr. Keene Dimick das allererste elektronische Trainingsgerät entwickelt hat – später bekannt als das Lifecycle.

Ein Intervall Workout, vor 50 Jahren

Dr. Dimick war ein Chemiker, dessen Ansporn es war, die Effektivität seiner persönlichen Trainingsroutine zu verbessern. Das Lifecycle, das er zu diesem Zweck entwickelt hat, war mit einem 12-minütigem Trainingsprogramm ausgestattet, das mit einem Warm-Up began, von 4 Hügeln mit progressiv ansteigendem Widerstand gefolgt wurde und mit einem Cool-Down (den Dr. Dimick ursprünglich als “Warm-Down” bezeichnete) abschloss. Das Fahrrad hatte damit schon damals ein effektives Intervall-Trainingsprogramm an Bord – lange bevor der durchschnittliche Trainierende überhaupt wusste, was Intervall-Training ist.

Wie innovative Technologie 1968 aussah

Das Display des ursprünglichen Lifecycles war natürlich weit von den interaktiven Touchscreens und integriertem TV entfernt, wie wir es heute kennen. Angezeigt wurden Puls, verbrannte Kalorien (pro Stunde), Trainings-Level und Geschwindigkeit – allesamt mit einfachen analogen Anzeigen. Eine größere, bewegliche Anzeige in der Mitte des Displays zeigte dem Trainierenden die Restzeit der Trainingseinheit an und stellte die Hügel dar, die er im Laufe der Einheit überwinden musste.  

Auch hinsichtlich der Nachverfolgbarkeit von Trainingseinheiten war das Lifecycle seiner Zeit voraus, wenn es auch Lichtjahre von dem entfernt war, das wir heutzutage gewohnt sind, wo Fitnesstracker und Smartwatches unsere Aktivität auf Schritt und Tritt analysieren und uns sogar sagen können, wie gut und viel wir letzte Nacht geschlafen haben.

Es war mit einem Puls-Clip ausgestattet, der am Ohr angebracht wurde und einer Lifecycle Fortschritts-Kontrollkarte, mit Hilfe derer Nutzer ihren wöchentlichen Trainingsfortschritt manuell, das heißt mit Stift und Papier, dokumentieren konnten. Heute erscheint uns das wahrscheinlich elementar, aber vor 50 Jahren war alleine der Gedanke daran, Trainingseinheiten und Fortschritte nachzuverfolgen seiner Zeit weit voraus.

Diese technologische Innovation hatte allerdings einen stolzen Preis. Das damals top-moderne Lifecycle wurde im Handel für circa $3,000 angeboten, was 2018 einem Gegenwert von rund $22,000 entspricht. Für damalige Verhältnisse ein sehr kostspieliges Vergnügen, für das man sich auch ein Ford Mustang Cabriolet in die Garage stellen konnte.

Vom Lifecycle zu Life Fitness

Life Fitness entstand aus Dr. Dimick's technologischer Innovation heraus, nachdem der Besitzer eines Gesundheits-Studios in den frühen 1970er Jahren die Rechte am Trainingsrad von Dr. Dimick kaufte. Wilson und sein Geschäftspartner Augie Nieto gründeten die Lifecycle Inc., die letztendlich zu Life Fitness wurde. 

Life Fitness hat den innovativen Geist von Dr. Dimick bis heute nicht vergessen. Seit mittlerweile 5 Dekaden entwickeln und produzieren wir State-of-the-Art Cardio- und Kraftgeräte, die immer Teile der ursprünglichen DNA des Lifecycles in sich tragen. Dr. Dimick’s Vision hat sich in all den Jahren kontinuierlich weiterentwickelt.  Und obwohl der Einfluss des Lifecycle auf die Fitness-Industrie wie wir sie heute kennen schwer zu beurteilen ist, würden die großen Cardiobereiche in vielen Fitnessstudios ohne es wahrscheinlich anders aussehen.